Donnerstag, 28. November 2013

Tutorial: Lebkuchenhäuschen selber machen oder Teaserauflösung

Ein kleiner Einblick in die Produktionswerkstatt vom letzten Jahr

 Es begann alles damit, dass meine beste Freundin und ich unseren ersten Freunden voller Verliebtheit etwas Selbergemachtes schenken wollten. Wir waren beide 14 und so richtig romantisch. Wir backten damals also mit Hilfe meiner Mutter Lebkuchenhäuser und ich habe sogar einen ganzen Zug aus Lebkuchen fabriziert (mit Gutscheinen in den Waggons für jeden Adventssonntag). Die Freunde von damals gibt es nicht mehr, unsere Freundschaft jedoch immer noch. Und seit jener Lebkuchenhäuschen-Backaktion vor über 20 Jahren backen wir jedes Jahr im Advent genau das wieder. Egal, wo wir zum Studieren waren, ob hochschwanger oder mit Kindern. Und jetzt ist es wieder soweit - mittlerweile mit insgesamt fünf Kindern machen wir uns morgen daran, viele Lebkuchenhäuschen zu bauen und zu verzieren. Und weil das gar nicht so schwer ist, wie es aussieht, habe ich bei den Vorbereitungen einfach mal für euch mitfotografiert. Nur Mut: Mit ein paar Tricks klappt auch der Zusammenbau problemlos. Und Verzieren können schon die Kleinsten, die etwas Größeren werden schon toll eigene Ideen verwirklichen und bei uns muss ich mich inzwischen echt ranhalten, um auch noch ein Häuschen zum Verzieren zu ergattern ("Mama, du klebst sie zusammen, während wir schon mal anfangen zu verzieren, ja?").

Erst einmal der Teig. Hier ist das Rezept (es reicht für ca. 4 mittelgroße Lebkuchenhäuschen):




500 g Honig oder Zuckerrübensirup
500 g Zucker
300 g Margarine
1 kg Mehl
3 TL Lebkuchengewürz
50 g Kakao
2 ganze Eier
2 gestr. TL Pottasche
3-4 EL Rum

- Honig, Margarine und Zucker in einem Topf unter Rühren erwärmen, bis sich alles miteinander verbunden und der Zucker sich aufgelöst hat.Etwas abkühlen lassen.
- Mehl, Gewürze und Eier zusammen mit der Masse mit einem Knethaken gründlich verkneten.
- Pottasche in Rum auflösen und unter den Teig kneten, bis dieser glänzt.
- Wenn der Teig noch ein wenig klebt, macht das nichts. Sollte er noch zu klebrig sein, noch etwas Mehl unterkneten.


Den Teig am besten über Nacht kühl stellen und dann verarbeiten. Bis ihr loslegen könnt, ist noch Zeit, die Schablonen für die Häuserteile zu ertstellen. Ich habe meine aus festem Karton ausgeschnitten und verwende sie Jahr für Jahr wieder. Macht sie lieber nicht zu groß, sonst habt ihr naher eher eine Scheune als ein Häuschen ;-). (unsere Vorderfront ist ca. 12 cm hoch).

Nachdem der Teig und ihr geruht habt, könnt ihr euch ans Werk machen. Ich habe guten Erfahrungen damit gemacht, an einem Tag die Formen zu backen und an einem anderen, die Häuser zusammenzubauen und zu verzieren. Das ist auch kein Problem, da sich der Lebkuchen gebacken ja recht lange hält (nicht in eine Dose packen, sondern unverpackt im Zimmer lagern, da der Lebkuchen sonst weich werden kann).

Jetzt geht´s aber wirklich los:



Ihr wellt den Teil ca. 5mm dünn aus, legt die Schablonen auf und schneidet mit einem scharfen Messer sorgfältig die Konturen aus. Bemehlt die Arbeitsfläche ruhig großzügig. Es ist nämlich sehr ärgerlich, wenn eure fein säuberlich ausgeschnittenen Teile auf dem Tisch kleben bleiben. Überschüssiges Mehl könnt ihr von der Oberseite leicht mit einem Pinsel abstreichen, an der Unterseite kann es ruhig dran bleiben, denn diese ist beim späteren Häuschen innen und daher nicht zu sehen.

Dann schneidet ihr so viele Bauteile aus, wie ihr für eure Häuser braucht. Pro Haus also 1 x das Vorderteil, 1x das rückwärtige Teil, 2 x die Seitenteile und 2x die Dachteile (zum Boden komme ich noch).



Legt die fertig ausgeschnittenen Teile mit ein wenig Abstand auf ein Blech und backt sie ca. 15 min. So sieht das dann aus:


Die fertigen Bauteile sind warm noch sehr biegsam - also Vorsicht, wenn ihr sie vom Blech nehmt, das nichts zerbricht oder beim Auskühlen verbiegt. Wenn das ein oder andere Teil nicht so ganz gerade ist, macht das auch nichts - das bekommt man beim Zusammenbauen später trotzdem prima hin.

Da das mittlere Freudenkind mich tatkräftig unterstützt hat, sind auf diesem Blech auch Ausstecher mit drauf. Die Tannenbäume werden verziert und vor die Häuschen gestellt. Die anderen Ausstecher haben ein Loch bekommen, werden ebenfalls verziert und dienen, mit einem Band versehen, als Geschenk- oder Baumanhänger.



Zu den Bodenplatten: Für die Bodenplatten wellt ihr ein ordentlich großes Stück Teig zu einem Oval von ca. 8 - 10 mm Dicke. Etwas dicker als die Bauteile, da die Platte ja nacher das Haus tragen und auch für den Transport geeignet sein soll. Die Bodenplatten brauchen meiner Erfahrung nach ca. 20-25 min im Backofen. Lasst die Platten am besten auf dem Blech auskühlen, damit sie nicht beim ransport auf das Kuchengitter zerbrechen oder einen Riss bekommen. Sobald die ausgekühlt sind, könnt ihr sie bedenkenlos transportieren.



Und wenn ihr so fleißige Helfer habt, wie ich einen hatte, macht es noch mehr Spaß! Weihnachtsmusik dazu, ein wenig vom frischen Lebkuchen naschen und den Duft genießen! Teil 2 des Tutorials (Zusammenbau und Verzieren) folgt (wahrscheinlich am Sonntag).

Kommentare:

  1. da werden kindheitserinnerungen wach: ich durfte immer an meinem geburtstag ein lebkuchenhaus mit meiner oma backen...danke
    für's rezept :-)
    glg nelli

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  2. Das Foto könnte aus einem Weihnachtsbuch stammen... soooo schön!!
    Liebe Grüße,
    Sabine

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  3. Hallo, die Häuschen sehen toll aus!! Bringt ihr es über euch sie dann zu essen??? LG Sandra

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